Milchglas

Ernährungsmythen – Was stimmt wirklich?

Seien Sie ehrlich, blicken Sie noch durch? Selbsternannte Ernährungsberater, besserwissende Bekannte und dutzende Fernsehköche geben uns unablässig Tipps für die gesunde Ernährung. “Essen Sie dies! Vermeiden Sie das! Achten Sie unbedingt auf jenes!” Einige Tipps mögen stimmen, andere hingegen sind völliger Blödsinn. Der Focus deckt die 50 größten Ernährungsmythen auf – hier ein interessanter Auszug.

   

Jeden Tag ein Glas Milch

Milch ist ein wertvoller Calciumlieferant (1,2 Gramm pro Liter Milch). Dennoch finden sich auch in anderen Lebensmitteln größere Mengen an Calcium: Calciumreiches Mineralwasser liefert 0,6 Gramm pro Liter und auch Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und einige grüne Gemüsesorten sind reich an dem wertvollen Mineral. Am leichtesten kann der Darm übrigens Calcium aus Grünkohl aufnehmen.

Biofleisch enthält keine Antibiotika

Tierische Lebensmittel sind in den seltensten Fällen ganz frei von Arzneimittelrückständen – egal, ob es sich um bio oder konventionelles Fleisch handelt. Grund hierfür ist, dass sowohl in der ökologischen als auch in der konventionellen Tierhaltung Antibiotika und weitere Medikamente verabreicht werden, wenn ein Tier krank ist. Handelt es sich um ökologische Tierhaltung, ist hierbei allerdings eine längere Wartezeit zwischen Verabreichung und der Herstellung von Produkten wie Milch und Fleisch einzuhalten. Sind die Wartezeiten zu gering, können die Produkte ihr Bio-Siegel verlieren. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz stellte in stichprobenartigen Kontrollen fest, dass nur in wenigen Fällen die erlaubten Höchstwerte überschritten und nur selten verbotene Stoffe gefunden wurden.

Margarine ist besser als Butter

Margarine besteht aus pflanzlichen Fetten und wird beworben als die cholesterin- und kalorienärmere Alternative zu Butter. Doch wer tatsächlich einmal vergleicht, stellt fest, dass normale Margarine (722 kcal bei 100g) fast genauso viele Kalorien enthält wie Butter (754 kcal bei 100g). Auch beim Thema Cholesterin liegt die Margarine nicht vorn: Denn Cholesterin aus Milchfetten ist für gesunde Menschen wenig problematisch. Vielmehr ist es sogar lebenswichtig, denn Cholesterin schützt Zellmembranen und Nerven, hilft bei der Bildung von Vitamin D und von Hormonen. Zu viel Cholesterin sollte jedoch durch die Nahrung nicht aufgenommen werden, sonst wird die körpereigene Cholesterinproduktion gedrosselt. Butter und Margarine sind also gleichermaßen – sofern in Maßen genossen – nicht ungesund. Denn inzwischen sind auch die schädlichen Transfette aus den meisten Margarinen verschwunden. Entscheidend für die Gesundheit ist natürlich auch noch, welcher weitere Belag auf dem Butterbrot landet.

Süßstoffe sind gefährlich

Lange waren Süßstoffe, wie Aspartam oder Cyclamat, als Auslöser für Krebs, Allergien oder Kopfschmerzen verteufelt. Außerdem standen sie im Verdacht, indirekt die Gewichtszunahme zu fördern, da sie angeblich Heißhungerattacken auslösten. Diese Vermutungen sind mittlerweile alle entkräftet. Trotzdem gibt es festgelegte Maximalmengen (ADI-Werte), die als unbedenklich gelten, wenn man sein Leben lang täglich diese Mengen verzehren würde: Ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht könnte demnach jeden Tag mehr als 4,5 Liter Light-Limonade trinken, wenn der Hersteller die zulässigen Werte an Aspartam ausschöpft. Lediglich Zuckeraustauschstoffe, wie Xylit und Isomalt, können zu Durchfall führen. In Lebensmitteln werden diese Stoffe oft mit Süßstoffen gemischt.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Tatsächlich enthalten Eier viel Cholesterin. Jedoch nehmen wir Cholesterin auch noch mit weiteren Lebensmitteln auf bzw. der Körper produziert den Stoff auch selbst. Die Höhe des Cholesterinspiegels ist also abhängig von verschiedenen Faktoren: Vererbung, Ernährung, körperlicher Aktivität. Besonders ungünstig für die Cholesterinwerte sind gesättigte Fettsäuren, die vornehmlich in tierischen Fetten vorkommen. Sie beeinflussen den Cholesterinspiegel im Blut viel stärker als cholesterinreiche Lebensmittel, wie Eier oder Krustentiere.

Spätes Essen macht dick

Für viele, die auf eine gute Figur abzielen, gilt der Grundsatz, nach 17 Uhr nichts mehr zu essen. Die Theorie: Eine lange Essenspause zwischen Abendessen und Frühstück soll die Fettverbrennung begünstigen. Doch es gibt keinen klaren Beweis, dass das auch wirklich funktioniert. Entscheidend ist weniger der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, sondern vielmehr, wie viele Kalorien über den ganzen Tag hinweg aufgenommen werden.

Die Quelle der Kalorien ist egal

Zwischendurch ein Smoothie, einen Molkedrink oder eine von diesen Kaffeekreationen; diese flüssigen “Snacks” für Zwischendurch gehören zum modernen Ernährungsstil. Aber: Feste Lebensmittel sättigen pro Kalorie besser als flüssige. Wenn ein großer Teil der täglichen Energiezufuhr getrunken anstatt gegessen wird, steigt das Risiko für Übergewicht und Diabetes an. Denn damit wächst auch das Risiko, insgesamt mehr Kalorien zu sich zu nehmen als nötig.

Glutamat schadet

Glutamat ist das Salz der Glutaminsäure und kommt natürlicherweise in eiweißreichen Lebensmitteln vor. Häufig ist es als Geschmacksverstärker bekannt und wird als vermeintlicher Krankmacher verteufelt. Wissenschaftlich gibt es hierfür jedoch keine relevanten Beweise. In Deutschland und den USA ist Glutamat als sichere Lebensmittelzutat eingestuft.

 

 

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>br> Quelle: Focus, Titelthema: Die 50 größten Ernährungs-Lügen, Ausgabe 31/14

Foto: StockSnap / pixabay.com

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