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Erneut Kaloriensteuer gefordert

Zucker hier, Süßigkeiten da – und irgendwann Diabetes: Erneut hat der Spiegel in dieser Woche das Thema Kaloriensteuer aufgegriffen.

Durch die Kaloriensteuer sollen Lebensmittel mit hohem Energiegehalt (beispielsweise Gummibärchen oder Schoko-Müsli) teurer werden, um so Verbraucher von übermäßigem Konsum zurückzuhalten.

Schokolinsen. Foto: Antje Delater / pixelio.de

Schokolinsen. Foto: Antje Delater / pixelio.de

 

 

Bereits im November 2013 hatte die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gefordert, solche eine Steuer in den damaligen Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen. Gleichzeitig sollten gesunde Lebensmittel steuerlich entlastet werden. Mit der Kaloriensteuer „hätten wir endlich eine effektive Strategie gegen das weitere Ansteigen der Volkskrankheiten wie Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, betont DDG Präsident, Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel.

Die bloße Aufklärung – der Appell an eine gesunde Ernährung – sieht die DDG unterdes gescheitert. So erkranken in Deutschland derzeit täglich circa 700 Menschen neu an Diabetes. Und das trotz der zahlreichen Hinweise auf die Notwendigkeit gesunder Ernährung.

Dem Ernährungsbericht der Bundesregierung zufolge leiden in Deutschland 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen an Übergewicht. Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor für viele Erkrankungen, darunter auch Diabetes mellitus.

 

Volle Mehrwertsteuer auf ungesunde Lebensmittel

Die Pläne für die Kaloriensteuer sind schon sehr konkret. So fordern die Gesundheitsexperten Edgar Franke (SPD) und Erwin Rüddel (CDU), den vergünstigen Mehrwertsteuersatz (derzeit 7%) für alle Lebensmittel zu streichen, die mehr als 275 Kalorien je 100 Gramm aufweisen. Diese würden dann mit dem regulären Mehrwertsteuersatz von 19 % versteuert werden. Von einem solchen Steueraufschlag wären beispielsweise Nuss-Nougat Creme, Kartoffelchips, Schokoriegel und viele Arten von Fastfood betroffen. Die DDG geht noch einen Schritt weiter und fordert, die Kaloriensteuer mit eigenen Steuern auf Zucker und Fett zu kombinieren.

Dem gegenüber sollen gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse bewusst gering besteuert werden.

 

Gemüse auf dem Markt. Foto: Lupo / pixelio.de

Gemüse auf dem Markt. Foto: Lupo / pixelio.de

 

 

Andere Länder haben bereits vorgelegt

Bereits 2011 hat Dänemark als erstes Land der Welt eine Steuer auf Fette in Lebensmitteln eingeführt. Frankreich folgte 2012 mit einer Steuer auf Getränke, die mit zucker angereichert sind – die so genannte “Cola-Steuer”. Und auch in Mexio führte man Ende 2013 eine ähnliche Kaloriensteuer ein.

Foto: Antje Delater / pixelio.de

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